Historie

Von der Glosse zur Stiftung: die Geschichte von LEBERECHT

Die Lokalredaktion der Frankfurter Neuen Presse berichtete im Dezember 1949 über das Leid elternloser Kinder. Die Redakteure wollten es nicht bei einem Bericht belassen. Sie beschlossen zu helfen: Am 3. Dezember 1949 riefen sie mit dem Foto eines „Frankfurter Bunkerkindes“ zum Spenden auf und lösten eine wahre Flut der Hilfsbereitschaft aus.

Von 1951 an erschienen unter dem Pseudonym „Leberecht“, der Name einer Kunstfigur, mehr als 15.000 Glossen, in denen der Autor Randerscheinungen des städtischen Lebens kommentierte.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist aus der spontanen Aktion der Nächstenliebe eine bedeutende Institution geworden. Landeten anfangs noch 4.000 Deutsche Mark in den Sammelbüchsen, können inzwischen jährlich sechsstellige Euro-Beträge ohne Abzug für Hilfsmaßnahmen verwendet werden.

Inzwischen hat sich durch die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation die Aufgabenstellung der LEBERECHT-Stiftung verändert, so dass seit Mitte der 1960-iger Jahre behinderten Kindern, jungen Menschen und ihren Eltern geholfen wird.

Kleine LEBERECHT-Chronik

Die 1950er

Die Frankfurter Neue Presse ruft zur Unterstützung der Ärmsten und Einsamsten auf, die keine Angehörigen mehr haben und bittere Not leiden. Mit Hilfe ihrer Leser kann die Zeitung in der Woche vor Weihnachten mehr als 60 alten Menschen eine Weihnachtsbescherung bereiten.

Die 1960er

Mit dem Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan brach über tausende Familien ein schreckliches Leid herein: Ihre Kinder kamen mit verkürzten Armen und Beinen zur Welt. In besonders tragischen Fällen bestanden sie sogar nur aus Kopf und Rumpf. LEBERECHT half schnell und unbürokratisch, wo es nur möglich war.

Die 1970er

In den 70er Jahren nahm sich LEBERECHT vor allem der spastisch gelähmten Kinder an. So half LEBERECHT einer Familie bei der Anschaffung eines Spezialbusses, mit dem die Eltern ihre beiden schwerstbehinderten Kinder zum ersten Mal gefahrlos befördern konnten. LEBERECHT wurde zur fachlich kompetenten Institution und Anlaufstelle für Behinderte.

Die 1980er

LEBERECHT ist längst zur festen Einrichtung geworden und kennt sich aus mit Therapien, Spezialfahrzeugen und Lernspielzeug. Seit 1988 ist die LEBERECHT-Stiftung eine gemeinnützige Gesellschaft. Jede Spende ist seitdem steuerlich voll abzugsfähig.

Die 1990er

Mit den Spenden ist es möglich, für Kinder der Viktor-Frankl- oder der Hermann-Herzog-Schule in Frankfurt dringend nötige Spezialbusse anzuschaffen. Von da an können die Kinder, die teilweise einen weiten Schulweg haben, endlich zu Hause abgeholt und wieder zurückgefahren werden.

Die 2000er

Die LEBERECHT-Stiftung wird zum Erben – das kam im Lauf der Zeit immer häufiger vor. Mittlerweile haben die Spenden erstmals die Millionen-Grenze überschritten.

heute

Bundesweit leben mehr als 2,5 Millionen Minderjährige unterhalb der Armutsgrenze. Das Kinderprojekt Arche kämpft dagegen an – LEBERECHT kämpft mit: Mit einem sechsstelligen Betrag richtet die Stiftung in der Nordweststadt Frankfurt die Räumlichkeiten für einen kostenlosen Mittagstisch, Nachhilfe und präventive Kinder- und Jugendarbeit ein.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.