Die LEBERECHT-Stiftung in der Presse

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15. Februar 2013
LEBERECHT lässt Kinderherzen höher schlagen

LEBERECHT lässt Kinderherzen höher schlagen

Leberecht macht es möglich: Dank Ihrer Spenden kann die Stiftung dieser Zeitung eine ganze Reihe guter Dinge tun – so etwa für die Kinder der Weißfrauenschule, einer Schule mit Schwerpunkt Sprachheilförderung im Frankfurter Bahnhofsviertel: Dort freut man sich nun über 18 Musikkisten mit tollen Instrumenten.

In der Klasse 1/2 B der Weißfrauenschule herrscht Aufregung. Stühle werden zu einem Kreis zusammengestellt, schnell hat jeder einen Platz gefunden. Die Mädchen und Jungen sind schon ganz gespannt darauf, was sich in der Kiste befindet, die die Musiklehrerinnen Ilse Waldheim und Brigitte Vock mitgebracht haben. Wie ein großes Geschenk steht die Kiste in der Mitte des Kreises.

Als Ilse Waldheim den Deckel öffnet, beugen sich die sechs- bis neunjährigen Knirpse neugierig darüber.

„Vielleicht fangen wir mal an, die Kiste  auszupacken“, fordert sie die Schüler auf. „Wer möchte denn beginnen?“ Noch ein wenig  schüchtern, traut sich keiner den Anfang zu machen. Man merkt den Mädchen und Jungen  aber an, dass sie sich freuen. Ein breites Grinsen ist auf ihren Gesichtern zu sehen.Anel (9) nimmt sich schließlich ein Hängebecken aus der Kiste. Ilse Waldheim holt noch einen weiteren Gegenstand heraus. „Wer weiß denn, was das ist?“, fragt sie in die Runde. „Ein Schlegel“, sagt Nicole (7). „Genau, der gehört nämlich dazu. Lass doch mal hören, wie das Becken klingt“, sagt sie und Anel schlägt es mit dem Schlegel leicht an. Als nächstes entscheidet sich Sefora (7) für eine Rahmentrommel und klopft darauf. Nach und nachnimmt sich jedes der Kinder ein Instrument aus der Kiste – es gibt insgesamt zwei Rahmentrommeln, einen Schellenkranz, Fingerzimbeln, ein Glockenspiel, zwei Paar  Klanghölzer, sogenannte Klavis, eine Triangel, eine Holzblocktrommel, ein Hängebecken und Rasseln.

„Ich sage euch, wie das jeweilige Instrument heißt und ihr sprecht es mir nach.“ Die Musiklehrerin erklärt auch, wie man die Instrumente spielen muss. Als die Kiste leer ist, bilden die Kinder ein kleines Orchester und lassen gemeinsam und alle gleichzeitig die Instrumente melodisch erklingen.

Dass jetzt in jeder Klasse der Grundstufe inklusive der zwei Vorklassen Kindern und Lehrern jeweils eine Musikkiste mit den Instrumenten zur Verfügung steht, ist vor allem der finanziellen Unterstützung der LEBERECHT-Stiftung dieser Zeitung zu verdanken. Mit einem Betrag von 4.700 Euro hat diese die Anschaffung von insgesamt 15 Kiste möglich gemacht. Weitere drei Kisten wurden durch den Förderverein der Schule finanziert.

Die Weißfrauenschule ist die einzige Schule in Frankfurt, die ihren Schwerpunkt auf die Sprachheilförderung legt. Die Musik wird hierbei als ein Mittel zur Förderung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder eingesetzt. „Unsere Schüler haben fast durchgängig Schwierigkeiten mit dem Rhythmus“, erklärt Waldheim. Die Musik sei daher ein grundlegendes Lernprinzip in allen Fächern an der Schule. Das Rhythmusgefühl, das für den sprachlichen Ausdruck wichtig ist, soll mit den Instrumenten aus den Kisten gefördert werden. Durch Musik werde das Gehör, zum Beispiel Tönlängen und Tonhöhen sowie die Motorik geschult. „Ist ein Vokal lang oder kurz sind Unterscheidungen, die unsere Schüler nicht treffen können“, erklärt Waldheim. „Die Musik ermöglicht es den Schülern, eine ganzheitliche Lernerfahrung zu machen, weil man sie körperlich spürt“, sagt Sabine Titz-Achatz, stellvertretende Schulleiterin.

Die Weißfrauenschule hat auch beim Projekt musikalische Grundschule der Bertelsmann-Stiftung mitgemacht, an dem sich rund 90 Schulen beteiligt haben. Es wurde 2012 mit dem „Echo-Klassik“ ausgezeichnet.
Die beiden Musiklehrerinnen haben im Rahmen dieses Projekts Fortbildungen besucht und einen Plan aufgestellt, wie Musik in den alltäglichen Unterricht eingesetzt werden kann und unterstützen hierbei ihre Kollegen. „Die Idee ist, Musik in möglichst vielen Fächern mit zu integrieren“, sagt Brigitte Vock. „Der Grundsatz lautet: „Mehr Musik in mehr Fächern mit mehr Beteiligten zu mehr Gelegenheiten“, so Waldheim. Aus diesem Grund würden sich die Kollegen ebenfalls fortbilden und sich mit musikalischen Inhalten wie Taktarten, Tempo und Dynamik auseinandersetzen. „Meine Klasse singt und macht sehr gerne Musik. Die Kinder gehen darin auf. Das ist ihnen total wichtig“, so Klassenlehrerin Mareike Mölter. Das bestätigt auch Nicole (7): „Mir gefällt es, wenn alle zusammen Musik machen. Das klingt so schön.“

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