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16. Oktober 2013
Leberecht-Spende gibt Enas Beinen Kraft

Leberecht-Spende gibt Enas Beinen Kraft

Herzstück des Galileo-Gerätes ist eine Vibrationsplatte, auf die sich Ena Sara stellt. Die Platte simuliert den menschlichen Lauf. 	Foto: Christes

Herzstück des Galileo-Gerätes ist eine Vibrationsplatte, auf die sich Ena Sara stellt. Die Platte simuliert den menschlichen Lauf. Foto: Christes

Das Portrait von Audrey Hepburn hängt als Bild an der Wand im Zimmer von Ena Sara Ramusovic (15). Es ist eine Referenz an den Filmklassiker „Frühstück bei Tiffany“. Und auch wenn die Schülerin den großen Filmerfolg der Hepburn aus dem Jahr 1961 bisher noch nicht gesehen hat, findet sie die Schauspielerin gut: „Ich mag sie als Person. Sie war sehr hübsch“, sagt Ena Sara.

Faible für Mode

Wie viele Mädchen ihres Alters liebt sie Mode, trifft sich in ihrer Freizeit mit ihren Freundinnen und würde selbst gerne einmal ausprobieren wie es ist, als Model vor einer Kamera zu stehen. Die Schülerin, die mit ihren Eltern und Brüdern in einer Wohnung am Frankfurter Berg lebt, besucht die neunte Klasse der Ernst-Reuter-Schule II, möchte ihr Abitur machen und später mal studieren. Ihr großes Vorbild ist Sylvie van der Vaart: „Weil sie soviel Kraft hat und den Krebs besiegte.“ Ena Sara ist ein fröhliches Mädchen, auch wenn es das Schicksal ihr nicht immer leicht gemacht hat. Wenn sie in die Schule geht oder sich mit ihren Freunden trifft, dann muss sie einen Rollstuhl oder Rollator nutzen, zu Hause geht es auch mit Krücken. Das junge Mädchen ist körperlich eingeschränkt, kann sich nur mit Hilfsmitteln fortbewegen. Die Kraft in ihren Beinen reicht ohne nicht aus. Das ist eine Folge davon, dass sie als Frühchen drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kam. „Bis zum Alter von vier Jahren konnte sie gar nicht laufen. Eine Operation hat es damals möglich gemacht, dass sie dies nun mit Hilfsmitteln kann“, sagt Mutter Svetlana Ramusovic.

Frühgeburt

Die Eltern von Ena Sara stammen aus Bosnien, flohen im Jahr 1992 vor dem Krieg nach Deutschland. Das Mädchen hat zwei Brüder. Sie sind Drillinge. „Als ich mit meinen Kindern schwanger war, fuhr ich mit meinem Mann in den Kosovo zu unseren Familien. Zuvor war ich noch bei meinem Arzt und habe ihn gefragt, ob ich die Reise überhaupt antreten darf. Er sagte mir, dass dies in Ordnung ist“, sagt ihre Mama. Kurz nach ihrer Ankunft platzte die Fruchtblase, in der Ena Sara lag. Die Babys wurden geholt, mussten erst einmal bis zum errechneten Geburtstermin im Krankenhaus bleiben.

Während ihre Brüder den zu frühen Start ins Leben körperlich vollkommen unversehrt überstanden haben und begeistert Sport machen, wurde bei Ena Sara eine Zerebralparese diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine Bewegungsstörung, die oft durch Sauerstoffmangel vor oder während der Geburt verursacht wird und sich bei ihr auf die Motorik der Beine auswirkt. Diese körperliche Einschränkung ist bei Ena Sara von Geburt an mit starken Schmerzen verbunden, die mit dem Wachstum immer schlimmer geworden sind.

Umso glücklicher ist sie über das Galileo-Gerät, das durch die Leberecht-Stiftung unserer Zeitung mit 8500 Euro finanziert wurde. Herzstück des Gerätes ist eine Vibrationsplatte, auf die sich Ena Sara stellt. Die Platte simuliert den menschlichen Lauf. Durch die Bewegung werden die Muskeln in den Beinen bis zum Rumpf trainiert. Die Stärke der Vibration kann eingestellt werden. „Durch das Training bekommen meine Beinmuskeln Kraft“, erzählt sie. „Früher haben sie sich wie zwei schwere Steine angefühlt.“ Auch die Schmerzen würden durch das Training gelindert. Und damit das auch so bleibt, trainiert sie täglich 20 Minuten auf dem Gerät.

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